Dänemark führt Fettsteuer ein

15. 4.2011 04:53h, 0 Kommentare

 

Die Dänen sind zu dick - findet zumindest die dänische Regierung. Um ihre Bürger zum Abspecken zu bewegen, hat sie die Einführung einer Fettsteuer beschlossen. Fette Lebensmittel wie Käse, Butter oder Pizza werden nun um einiges teuerer als bisher.

 Mitte Jahr wird die Fettsteuer eingeführt.Lebensmittel mit einem Gehalt ab 2,3% gesättigter Fettsäuren mit 16 dKr (rund Fr. 2.75) pro kg gesättigtem Fett belastet werden. Je nach Art des Fleisches bzw. der Fleischprodukte würde dies umgerechnet eine Abgabe von bis zu 60 Rappen pro kg bedeuten. Begründet wird der Schritt mit dem Umstand, dass der Verzehr von fetten Produkten einen Risikofaktor darstellt, der «zur Ausbreitung von Volkskrankheiten» beitrage. Mit der neuen Steuer soll die dänische Bevölkerung nun angehalten werden, Lebensmittel mit wenig gesättigtem Fett zu bevorzugen.
Der Zeitpunkt der Einführung dieser Fettsteuer erstaunt umso mehr, weil im Januar 2010 eine breit angelegte amerikanische Studie klar aufzeigte, dass die Aufnahme an gesättigtem Fett entgegen der langjährigen Lehrmeinung kein Risiko für das Auftreten von Herz-Kreislauf-Krankheiten darstellt. Auch ist hinlänglich bekannt, dass für die Reduktion von Übergewicht ausreichend Bewegung, vernünftige Portionengrössen und eine ausgewogene Lebensmittelauswahl von zentraler Bedeutung sind. Damit wird klar, dass die Problematik gesellschaftpolitischer Art ist und sich nicht einfach über die fiskalische Belastung einer einzelnen Nährstoffgruppe lösen lässt. Umso bedauerlicher ist deshalb der Schritt des dänischen Gesetzgebers, sich über die Bevormundung seiner Bevölkerung bei der Lebensmittelauswahl bereichern zu wollen. Zumindest gegen die Fettsteuer regt sich in der übrigen EU einiger Widerstand, was doch zu einiger Hoffnung Anlass gibt.
Leider gibt es auch in der Schweiz Tendenzen, die in Richtung einer Bevormundung der Konsumentinnen und Konsumenten bei der Auswahl ihrer Lebensmittel zielen. Als Beispiele hierfür seien die Bestrebungen des BAG bei der Qualifizierung von Lebensmitteln, die Salzstrategie oder auch die in Diskussion stehende Nährwertdeklaration zu nennen. Es bleibt nun zu hoffen, dass der gesunde Menschenverstand und die Verhältnismässigkeit obsiegen werden, denn schliesslich wollen wir auch in Zukunft dem Genuss unserer hochwertigen Produkte mit gutem Gewissen frönen können!

 

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